"Theater, denen es nicht mehr gelingt die Frage: "Was soll das?" zu provozieren, werden mit Recht geschlossen. Ohne Konflikte kein Theater. Theater müssen Orte des Widerspruchs sein oder sie sind überflüssig."
(Heiner Müller)

Darstellende Kunst kann nur in der steten und unerschrockenen Erneuerung bestehen. Das Festhalten an alten Werken, überholten Strukturen, verstaubten Sichtweisen und ein Publikum, das die Kunst nicht mehr als Ort für Utopien begreift, führt zu ihrem Aussterben.
Ich verstehe es als meine primäre Aufgabe aus dem Geist der Musik und dem Drama (Sprechtheater) die uns umgebende Wirklichkeit zu hinterfragen. Das klassische Spartendenken aufzubrechen, Erzählkontinuitäten durch überraschend hereinbrechende Ereignisse zu sprengen und Inszenierungen performativ aufzuladen. Notenmaterial nicht als ein Heiligtum anzusehen, sondern mit allen zur verfügungstehenden ästhetischen Mitteln eine gegenwärtige Haltung zu produzieren. Psychologische Präzision und das Spiel mit unterschiedlichen Erzählformen gründet dabei das künstlerisch-ästhetische Handwerk. Sowie Ironie und sinnliche Bilder.
Es ist eine nie endende Suche nach einer Erweiterung poetischer Ausdrucksformen, jenseits der existierenden Grenzen.


VITA

  • Paul-Georg Dittrich
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Paul-Georg Dittrich studierte von 2007 bis 2011 Regie an der Theaterakademie Hamburg. Er inszenierte u.a. am Schauspiel Frankfurt, Theater Bremen, Theater Heidelberg, Schauspielhaus Wien, Theater Augsburg, Theater Aachen, Theater Kiel, Landestheater Tübingen, Stadttheater Bremerhaven, Theater Erlangen, Landestheater Schleswig-Holstein, Kampnagel Hamburg und an der Neuköllner Oper Berlin. Festivaleinladungen u.a. zu den Badenwüttenbergischen Theatertagen und zu Kaltstart Hamburg.

Deutscher Theaterpreis FAUST 2017 - Nominierung in der Kategorie "Regie Musiktheater" für die Operninszenierung LA DAMNATION DE FAUST von Hector Berlioz am Theater Bremen. Deutscher Theaterpreis FAUST 2016 - Nominierung in der Kategorie "Regie Musiktheater" für die Operninszenierung WOZZECK von Alban Berg am Theater Bremen. Einladung zum Theatertreffen NRW 2017 mit der Inszenierung "Die Wand" nach dem Roman von Marlene Haushofer am Theater Aachen. Stadtmagazin Klenkes wählt die Inszenierung "Orlando" nach Virgina Woolf zur "Besten Inszenierung" in der Spielzeit 13/14 am Theater Aachen. Preis der LTT-Freunde für die "Beste Inszenierung" in der Spielzeit 12/13 am Landestheater Tübingen.

Im Fokus von Dittrichs Arbeiten steht neben dem poetischen Geschichtenerzählen und der phantasievollen Einbeziehung von audio-visuellen Medien, immer auch die künstlerische Suche nach einer zeitgenössischen Symbiose/Vernetzung zwischen Musik- und Sprechtheater und nach experimentellen Spielformen.

In der Spielzeit 2017/18 werden Regie-Arbeiten u.a. am Theater Bremen (Oper), am Theater Bielefeld (Oper) und an der Hamburger Staatsoper entstehen.

News


Spielzeit 2017/2018

Theater Bielefeld - OTELLO von Giuseppe Verdi
Theater Bremen - LUCIA DI LAMMERMOOR von Gaetano Donizetti
Hamburger Staatsoper - I.TH.AK.A. (UA) von Samuel Penderbayne


Nominierungen/Auszeichnungen

Deutscher Theaterpreis FAUST 2017
Nominierung in der Kategorie "Regie Musiktheater"
Inszenierung LA DAMNATION DE FAUST / Theater Bremen
Nominierungsbegründung"An der Frage, was an Berlioz' dramatischer Legende "La damnation de Faust" eigentlich dramatisch ist, hat sich schon mancher Regisseur die Zähne ausgebissen - und vermutlich wenig Trost darin gefunden, dass der Musikwissenschaftler Wolfgang Dömling das Fehlen dramatisch tragfähiger Handlungsmotive mit dem Begriff des "imaginären Theaters" geadelt hat. Genau daran aber scheint sich die Phantasie des Regisseurs Paul-Georg Dittrich zu entzünden. Er entführt die Zuschauer in das delirierende Gehirn eines überspannten Künstlers und setzt an die Stelle der plausiblen Motivation die Traumlogik der Phantasmagorie. Das Portal ist weiß verhüllt, ein Steg führt zu einem Podest im Parkett. Dort tabst Faust somnambul herum, wird gefilmt, die Bilder erscheinen oben auf einem Screen unterm Portal, daneben EKG-Linien, das bewegte Röntgenbild eines (singenden?) Kopfes - diese ganze Bühne von Lean Schmid und Pia Dederichs wirkt wie ein riesiges Sauerstoffzelt. Man begreift: Faust ist krank und fertig mit der Welt. Und wer krank ist, kann keine gesunden Träume haben. Seine Phantasie erweckt Mephistopheles als Doppelgänger seiner selbst, eine Projektion des Mr.-Hyde-Anteils in Fausts Dr.-Jekyll-Seele, Marguerite erscheint als Männerphantasie in Latex. Der 34-jährige Dittrich erzählt von der Macht der Klischeebilder über unsere Wünsche, im Verhältnis Faust-Mephistopheles scheint Hegels Herr-Knecht-Dialektik auf, im nur scheinbar befreienden Pakt die komplexe Beziehung von Verbot und Exzess. Und wo der Teufel nur eine Projektion ist, da ist es mit dem Himmel auch nicht weit her, weshalb die erlöste Marguerite am Ende ziemlich allein im nun offenen, leeren Bühnenhaus herumsteht. Schwere Kost. Aber da Dittrich große Sorgfalt auf die vitale Personenführung verwendet, erreicht sie in Gestalt eines überbordend vitalen Theaterereignisses ihr Publikum und trifft dort auf begeisterten Beifall."

Deutscher Theaterpreis FAUST 2016
Nominierung in der Kategorie "Regie Musiktheater"
Inszenierung WOZZECK / Theater Bremen
Nominierungsbegründung"Paul-Georg Dittrich inszeniert „Wozzeck“ in einer labyrinthischen, künstlichen und modellhaften Welt. Eine zeitlose Welt ohne Rückzugsräume, in der alle Figuren immer anwesend sind und sich ständig beobachten. Die Scheibe, auf der diese Welt montiert ist, und das ständige Drehen stehen für ein geschlossenes System, aus dem keiner entkommt. Verstärkt wird das noch durch die Kinder, die immer anwesend, zwanghaft durch Anschauung lernen, wie dieses System funktioniert, und die am Ende durch ihr so erlerntes Handeln alles wieder auf Anfang stellen. In den zum Teil grotesken Kostümen werden die Figuren künstlich überhöht, vermeiden so psychologische Darstellung und werden zu Archetypen. Die Künstlichkeit hält das Stück auf eine Distanz, die keine „Arme Leut“-Betroffenheit zulässt. Durch die Inszenierung wird die Musik nicht in eine abhängige Rolle gedrängt, weder vom Text des Dramas noch vom Gang der Handlung. Sie ist von Alban Berg in keiner Weise illustrativ komponiert, sondern „holt“, wie er sagt, „alles“, was zur Umsetzung des Dramas auf die Bühne notwendig ist „aus sich allein heraus“. Und sie wird auch durch die Inszenierung nicht zur Illustration gezwungen. Sie kann so ihren eigenständigen Anteil an dem Stück uneingeschränkt behaupten. Paul-Georg Dittrich zeigt geradezu modellhaft, was sinnvolle Musiktheaterregie ausmacht."
Video

Theatertreffen NRW 2017
Inszenierung DIE WAND / Theater Aachen


Vorstellungen

  • OTELLO von Giuseppe Verdi

    Theater Bielefeld
    Premiere: 07. Oktober 2017
    Weitere Vorstellungen: 14.10., 22.10., 09.11., 19.11., 05.12. und 20.12.2017. Sowie am 09.02. und 25.03.2018.

  • OTELLO von Giuseppe Verdi

    Theater Bielefeld
    Premiere: 07. Oktober 2017
    Weitere Vorstellungen: 14.10., 22.10., 09.11., 19.11., 05.12. und 20.12.2017. Sowie am 09.02. und 25.03.2018.

PRESSE (Auswahl)

  • «Die Stunde des großen Manipulators - Paul-Georg Dittrich verstört mit einem ausgesprochen unbehaglichen Otello. (...) Wer aber ist der Regisseur, der diese bizarre Inszenierung zu verantworten hat? "Theater, denen es nicht mehr gelingt die Frage: "Was soll das?" zu provozieren, werden mit Recht geschlossen. Ohne Konflikte kein Theater. Theater müssen Orte des Widerspruchs sein oder sie sind überflüssig." Der Satz stammt von Heiner Müller und ist für den Regisseur ganz offensichtlich Programm. (...) Das hat er hier ziemlich konsequent umgesetzt. Der Mann bellt nicht nur, er beißt auch. Für die Provokation greift Dittrich tief in die Bert-Brecht-Heiner-Müller-Kiste. Er lässt die Inszenierung in den Zuschauersaal überschwappen, postiert in der Pause einen Mann mit zugenähtem Mund im Foyer (der verteilt Handzettel mit der Aufforderung, Stimme zu erheben) und nach der Pause hängen Transparente im Saal, die vordergründig Otello denunzieren, aber eigentlich auf die Mechanismen solcher Denunziation aufmerksam machen. Die Stoßrichtung ist klar: Die Manipulatoren sind unter uns, und die Geschichte lehrt uns allerlei düstere Beispiele. (...) Zu einer schlüssigen oder gar geschlossenen Deutung fügt sich die Bilderflut nicht, und das ist durchaus eine Stärke, denn die Regie rutscht vielleicht in den Irrsinn, aber jedenfalls nicht in die Banalität ab. Dittrich erzählt die Geschichte sogar ziemlich korrekt nach und arbeitet bei allen Nadelstichen sehr genau in der Personenführung. Es entsteht ein extrem ungemütlicher Otello, der erhebliches Unbehagen verursacht und einen gehörige Zeit verfolgt.»

    OMM.de - ONLINE MUSIK MAGAZIN

  • «Buhs und Bravos am Bielefelder Theater für die mutige Inszenierung von Paul-Georg Dittrich. (...) Denn ohne Zweifel hat das künstlerische Team um Dittrich in der Oper einen mehr als aktuellen Gedanken gefunden, über die Fragen nach Menschenwürde, Manipulation und Diskriminierung. Vielleicht wäre das mit weniger Mitteln, die fokussierter eingesetzt werden, deutlicher geworden. Das Wichtigste aber: In Bielefeld bleibt Oper etwas Lebendiges, etwas an dem man sich aufreiben kann. Oper, als Bestandteil unserer Kultur, die hinterfragt, aber auch hinterfragt werden kann.»

    O-Ton.de

  • «Auch "La Damnation de Faust", Poschners Abschiedspremiere, zeigte, wie sich eine visionäre Inszenierung (Regie: Paul-Georg Dittrich) und eine von Intellekt und Emotion getragene musikalische Leitung gegenseitig bedingen, zu einem begeisterten Gesamteindruck zusammenfügen können.»

    OPERNWELT

  • «Einerseits konnte man ein spielfreudiges, sehr gut besetztes Ensemble sowie die Berlioz hörenswert interpretierenden Philharmoniker erleben, anderseits eine intellektuell anspruchsvolle, zugleich sinnliche Produktion, die den ganzen Theaterraum einbezog. (...) Fausts Traumreise als Multimedialspektakel, das Berlioz´ unkonventionelles Werk hinsicht der Zerrissenheit der einzelnen Szenen und der Musik noch einmal schärft und mit theatralischen Mitteln den Montage- und Collagecharakter, sowie das Surreale der Komposition betont. Dank der charismatischen, engagierten spielenden Sänger fand in diesem konzeptionellen Rahmen spannendes Musiktheater statt. (...) Dittrich hat einen interessanten Weg zwischen Abstraktion und packenden Realismus gefunden. (...) Wirkungsvoll ist Dittrichs intellektuell anspruchsvolle Inszenierung auch deshalb, wie er dem ohnehin spielfreundigem Bremer Opernchor eine Hauptrolle gegeben hat und dieser damit ein essenzieller Bestandteil des Bühnengeschehens ist.»

    OPERNGLAS

  • «Am Theater Bremen forderte Paul-Georg Dittrich die Zuschauer mit einer intelligent-vertrackten Inszenierung von Berlioz’ dramatischer Legende „La Damnation de Faust“ heraus, die die Aufmerksamkeit, je länger, je stärker fesselte. […] Dass die Figuren so fesselnd herüberkamen, ist aber auch das Verdienst der Inszenierung von Paul-Georg Dittrich. […] Der Coup von Dittrichs Inszenierung ist, dass er das Phantasmagorische in Berlioz' „Damnation“ nicht als Nachteil zu kompensieren sucht, sondern durch seinen Ansatz geradezu legitimiert. […] Das war ziemlich schwere Kost. Aber davon lässt sich Bremens Premierenpublik, Avantgarde-gestählt und musikbegeistert, den Openspaß schon lange nicht mehr verdrießen. Alle Sänger, Musiker und Regieteam, wurden mit anhaltender Begeisterung gefeiert.»

    DIE DEUTSCHE BÜHNE

  • «Dittrich entscheidet sich für einen hohen Grad an Abstraktion und gewinnt auf ganzer Linie. […] Es gelingt dem Regisseur immer wieder aus den unzusammenhängenden Bildern voller Fragen und Brüchigkeiten dichte emotionale Szenen zu schaffen.»

    NEUE MUSIKZEITUNG

  • «Regisseur Paul-Georg Dittrich hat sich dafür entschieden Hector Berlioz´ Oper “La Damnation de Faust” in eine multimediale Parabel über Sinn- und Glückssuche zu übersetzten. Das ist geglückt. Dittrich hat die “dramatische Legende” in eine abstrakte schwarz-weiße Welt überführt. Ein zeitenthobenes Nirgendwo, in dem die Hölle neonkalt leuchtet. Da die Vorlage weder inhaltlich noch musikalisch auf Linearietät setzt, inszeniert Dittrich folgerichtig eine temporeiche Szenenabfolge mit Mut zum Fragmentatischen. Aus diesem Ansatz entwickelt sich eine seltsam sogartige Anti-Sinnlichkeit mit starken Bildern.»

    WESER KURIER

  • «Warum Berlioz als kühnster Musik-Neuerer vor Wagner gilt, in Bremen ist es zu erfahren.»

    NORDWEST-ZEITUNG

  • «Das Theater Erlangen ist eine Wundertüte. Neben gediegener Theaterkost wird man immer wieder von frechen, intelligenten, vor Einfallsreichtum überschäumenden Inszenierungen überrumpelt. Die Inszenierung "Wut" (Elfriede Jelinek) von Paul-Georg Dittrich gehört unbedingt dazu.»

    SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

  • «Neue Sicht auf Berlioz. […] Es gelangen Bilder von berückender Suggestivkraft. […] Diese Inszenierung überzeugte, weil Paul-Georg Dittrich und Markus Poschner sich die Mühe gemacht haben, Berlioz sozusagen beim Wort genommen und der Partitur vertraut zu haben. Dabei spiegelten sich die genaue Rollenführung, die Bildsprache mit den musikalischen Strukturen und legten offen dar, wie modern Berlioz' Auffassung von Oper war. Wenn am Ende alle Figuren, auch Marguerite in ihrer kommunikationslosen Einsamkeit, verharren, so wird deutlich, dass es Paul-Georg Dittrich gelungen ist, Faust, Méphistophélès und Marguerite als Prototypen des modernen Menschen zu imaginieren, wie erst später bei Samuel Beckett wieder auftaucht.»

    KLASSIK.COM

  • «Eine bittere, ja depressive Inszenierung, die sich aber dem Kern des Werkes auf eindringliche Weise nähert. Wann hat man Wozzecks verzweifeltes "Immer zu, immer zu!" je szenisch so intensiv begründet erlebt wie hier, wo er seine Marie nicht nur vorbeitanzen, sondern sich dem Tambourmajor direkt hingeben sieht? Dittrich führt sein Personal in extreme Gefühlswelten hinein, lässt es außer sich geraten, brutalisiert es. (...) Ein unerhörter Wozzeck.»

    OPERNWELT

  • «Der junge Regisseur Paul-Georg Dittrich lieferte in Bremen eine frappierend neue Sicht auf Alban Bergs "Wozzeck"; eine Oper, die noch immer zu den herausforderndsten Anstrengungen des Musiktheater gehört. Dittrich verweigert das moralische Erbauungsstück, seine Interpretation vermittelt in ihrer Gesamtheit den Eindruck einer Welt, deren Traditionen und Historie immer mehr verloren gehen und die in diesem Vorgang äußerst komplex, kompliziert und rätselhaft ist. (...) Ein höchst eindrucksvoller Abend für das Bremer Theater und sein Ensemble, der ungewöhnlich viele "unerhörte" geistreiche Aspekte bietet.»

    DAS ORCHESTER

  • «Mit einem überwältigungsästhetischen Ansatz gelingt dem Regisseur Paul-Georg Dittrich eine Wozzeck-Inszenierung. (...) Diese hervorragende Inszenierung rückt uns Zuschauer auf die Pelle. Sie lässt uns keine Ruhe. Sie bedrängt, belastet, überfordert uns – mit ihrer tiefen Hoffnungslosigkeit. Mehr lässt sich von Musiktheater nicht erwarten.»

    TAZ

  • «Dieser Aufschrei über das Leid in der Welt und das Leiden an der Welt bewahrt in der Aufführung der Bremer Oper seine schockhafte Gewalt.»

    Frankfurter Allgemeine Zeitung

  • «Die Welt ist eine Drehbühne. Und sie dreht sich, immer zu, immer zu. (…) Am Theater Bremen ist die Welt von Alban Bergs "Wozzeck" ein Labyrinth auf einem kreiselnden Plattenteller. Bewohnt wird es von poetisch bizarr kostümierten Kunstfiguren. (…) Der Regisseur Paul-Georg Dittrich präpariert die unmenschliche Essenz dieser aus Versatzstücken aller möglichen Zeiten und Kulturen hybrid zusammenmontierten Kunstwelt grell heraus: Jeder missbraucht hier jeden als Opfer seiner Zwecke. (…) Mit der Synthese aus überzeitlicher Künstlichkeit und ausgestellter Grausamkeit erteilt Dittrich jedem Elendsrealismus der "armen Leut" eine klare Absage. Mit seinem Konzept macht er die Geschichte des armen Wozzeck genau da dingfest, wo auch Alban Berg sie verortet hat. (…) Viel Beifall und Bravos für Regieteam, Sänger und Musiker.»

    DIE DEUTSCHE BÜHNE

  • «Die berührendste Komponente wird durch immerwährend mitspielende Kinder repräsentiert. Diese sitzen oft vor Monitoren, die Ihnen die scheinbar großen Pflichten ihres Lebens mit den übergroß erscheinenden Phrasen wie "Disziplin", "Reinlichkeit" oder "Strafe" unentrinnbar demonstrieren. Sie werden dem Schicksal ganz klar in der nächsten Runde des Geschehens, also ihrer eigenen Zukunft, nicht entgehen können. Am Ende des Abends sind alle – auch die Erwachsenen – wieder in ihrer Ausgangssituation und neu positioniert für eine weitere Drehung dieses ausweglosen Lebenskreises. (...) Dieses Bild und die Videoeinspielungen auf zwei im Raum positionierten Vorhängen verschaffen den Szenen und Stimmungen Nachdruck, ohne die handelnden Personen oder deren Spiel zu relativieren. (...) Das Publikum folgt der Aufführung gebannt. Starker Beifall für alle Beteiligten, insbesondere für das Regieteam.»

    OPERNNETZ.DE

  • «Der Wunsch des Komponisten Alban Berg ging jetzt in der Premiere am Bremer Theater am Goetheplatz großartig in Erfüllung. (...) Es macht das überragende Niveau dieser Aufführung aus, dass es ihr gelingt, die Abhängigkeit von Wozzeck und Marie und den Zynismus der Mächtigen in die Aktualität unserer Welt zu überführen.»

    NEUE MUSIKZEITUNG

  • «Überbordend vor Ideen konfrontiert Dittrich die Schleswiger mit einem Brecht in Castorf-Manier. So gekonnt lässt man sich Brechts finessenreiche Dialektik gern vorführen: Kapitalismus als System gewordene Schizophrenie, wer hier schenkt muss da ausbeuten.»

    NACHTKRITIK.DE

  • «Eine brillante Idee. Fast brutal reist Dittrich die "vierte" Wand nieder, bindet das Publikum ein, jongliert mit Gestaltungsmitteln wie kommentierenden Liedern, fliegenden Rollenwechseln oder Zwischenspielen. Ein Abend mit Suchtpotential.»

    KIELER NACHRICHTEN

  • «(...) Dittrichs wunderbar fragile bis fratzenhafte Regie.»

    THEATER DER ZEIT

  • «(...) ein kleines Theaterwunder.»

    DIE DEUTSCHE BÜHNE

  • «Die Inszenierung rüttelt auf, sorgt aber andererseits auch für Gänsehaut und große Gefühle. Wirklich sehenswert.»

    RADIO BREMEN

  • «Dittrich gelingt eine dichte, provokative und aufrüttelnde Inszenierung.»

    HAMBURGTHEATER.DE

  • «Wer hat Angst vor Heiner Müller? Nicht Paul-Georg Dittrich, dessen Inszenierung ein abstraktes Gemälde, eine Provokation der Sinne, eine schallende Ohrfeige an das angepasste Theater ist. (...) Keine Aufführung wird der anderen gleichen, ein Hoch auf das lebendige Theater! Ob "Der Auftrag" scheitern wird, entscheiden die Zuschauer. Er besitzt auf jeden Fall die Qualität, eine der umstrittensten Aufführungen am Theater Aachen zu werden.»

    MOVIE-BETA MAGAZIN

  • «Die anspruchsvolle Inszenierung von Paul-Georg Dittrich konfrontiert auf erschütternde Weise mit (Selbst-)Vorwürfen, vor denen wir nur allzu gern die Augen verschließen: Die Verantwortung der dritten Welt gegenüber. (...) Eine tiefgreifende Inszenierung, die trotz ihrer Abstraktheit gezielt alltägliche Gefühle und Gedanken aufspießt und gnadenlos vor Augen führt.»

    WWW.KLENKES.DE

  • «Eine packende Inszenierung mit raffiniertem Zusammenspiel von Musik, visuellen Mitteln und überzeugendem Schauspiel.»

    AUGSBURGER ALLGEMEINE

  • «Spürbar sind die Schauspieler mit vollem Einsatz dabei, ihre Botschaft ins Publikum zu tragen. Aufklärtheater im besten Sinne – und dabei glänzend unterhaltend. Eine fulminante Vorstellung.»

    SCHWÄBISCHE POST

  • «Händel trifft auf Free-Jazz, Sänger begegnen einem Schauspieler, Splatter-Film bemächtigt sich der antiken Atriden-Tragödie. Ein perfekt funktionierender Konfrontationskurs zwischen Oper und Schauspiel - mit einem überraschend vielschichtig und satirisch ausgefallenen Ergebnis. (...) Der Regisseur zerstört Händels Koloratur- und Melodienglanz mit dem Sezierbesteck des epischen Theaters und legt drastisch den brutalen Kern des Mythos bloß.»

    HAMBURGER ABENDBLATT

  • «Skandal: Regisseur veranstaltet Zwangsheirat zweier Bühnenstücke - der Pöbel findet's gut! Was geschieht, wenn man frei nach Jaques Offenbach eine Räuberbande, vier Musikanten in bayrischer Tracht und eine lüsterne Großherzogin samt ihren Handlangern zusammen für zwei Stunden in einen Raum sperrt? Das nennt man schlicht und einfach: ein technisch raffiniertes Mash-Up-Projekt namens "Die Banditen von Gerolstein". Oder aber: einen sauguten Theaterabend.(…) "Die Banditen von Gerolstein" ist politisch, bleibt aber angenehm zeigefingerlos. (…) Die Kirsche auf dem Sahnehäubchen bildet der intelligente Umgang mit multimedialen Elementen. Greenbox Kameras und Linsen, die aus wahnwitzigen Perspektiven filmen und live auf Leinwände übertragen, kreieren groteske Szenen, wo Theater und Film sich die Hand reichen. Teilweise zum Brüllen komisch, manchmal verstörend, immer aber originell umgesetzt. Großes Kompliment für diesen Einfallsreichtum.»

    AUSGBURGER MAGAZIN

  • «…und das macht die Qualität von Paul-Georg Dittrichs Uraufführungsinszenierung aus - die Bilder sprechen lassen. Nicht, dass sie die Lücken füllen würden, die der bruchstückhafte, ganz und gar nicht wortmächtige Text offen lässt, offen lassen muss. Sie ergänzen ihn assoziativ, malen aus und zeigen, wie sich die Figuren, wie sich Menschen fühlen, die keine Sprache für Selbstverlust und Ambivalenzen haben.»

    DEUTSCHLAND RADIO KULTUR


INSZENIERUNGEN (Auswahl)


  • Otello
    Theater Bielefeld


  • La Damnation de Faust
    Theater Bremen (Oper)


  • Wut (Fotos: Jochen Quast)
    Theater Erlangen


  • Die Wand
    Theater Aachen


  • Radikal
    Stadttheater Bremerhaven


  • Wozzeck
    Theater Bremen (Oper)


  • Sweet Home Europa (Fotos: Jochen Quast)
    Theater Erlangen


  • Der Auftrag
    Theater Aachen


  • Golem
    Neuköllner Oper Berlin


  • Gegen die Wand
    Stadttheater Bremerhaven


  • Gaunerstück
    Theater Aachen


  • Die Banditen von Gerolstein
    Theater Augsburg


  • Exit Paradise
    Neuköllner Oper Berlin


  • The Black Rider
    Theater Heidelberg


  • Der gute Mensch von Sezuan
    Landestheater Schleswig-Holstein


  • Endlich Eiszeit
    Landestheater Tübingen


  • Orlando
    Theater Aachen


  • Schwimmen lernen (UA)
    Theater Heidelberg


  • Die Firma dankt
    Landestheater (LTT) Tübingen


  • Fegefeuer
    Theater Kiel


  • Ammen
    Theater Heidelberg


  • Orest reloaded
    Lichthof Hamburg/Maxim Gorki Theater Berlin


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